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Warum ist dies ein Thema? Viele unserer Einsätze sind Suchen nach suizidgefährdeten Personen. Hierbei handelt es sich um eine für alle Parteien sehr schwierige Problematik. Zum Einen haben Menschen, die in einer solchen Absicht auf sich aufmerksam machen oder sie ausführen, starke Probleme und handeln in äußerster Verzweiflung. Zum Anderen ist es für die Einsatzkräfte eine sehr belastende Situation, die Suchen mit der Befürchtung auszuführen, dass die abgängige Person ihre Drohung/Ankündigung wahr gemacht hat und man diese nur noch leblos auffindet, wenn man nicht schnell genug ist.
Gesellschaft der Starken In unserem Land und der existierenden Ellenbogengesellschaft ist kein Platz für die vermeintlich “Schwachen”. Erfolgreich kann man angeblich nur sein, wenn man an sich denkt und viel Geld verdient, etwas zeitlich vor anderen erreicht, sich in den Vordergrund drängt. Wer mit offenen Augen durchs Leben geht, dem wird bewusst, was uns die Medien als Vorbild darreichen: Gerade bei den Privatsendern wird deutlich: Es muss alles super-, mega-, giga- sein. Das größte Schnitzel, Arschbombenweltrekord, das fetteste Auto mit der megalautesten Anlage tunen, die teuersten Yachten bauen... DAS SIND UNSERE HELDEN! Sensible Menschen mit psychischen Problemen werden jedoch sensationslüstern als negative Beispiele in diversen Formaten hemmungslos niedergemacht und man freut sich über gemobbte Opfer beim “Big Bruder”, votet sie raus, macht Quote, verdient Geld damit...
Robert Enke (*1977, †2009) hat durch seinen Suizid leider nur kurz auf Probleme aufmerksam machen können, die viel wichtiger sind als der längste Hotdog der Welt: Erfolgsdruck, Sensibilität, Existenzängste, Depressionen...
Depressionen: Viele Menschen kommen mit den vorgenannten und vielen anderen psychischen Problemen nur schwer ohne Hilfe aus. Doch leider ist dieses Thema sehr negativ behaftet und man fürchtet die Ausgrenzung aus der Gesellschaft, glaubt als Geisteskrank eingestuft zu werden. Ca. 4 Millionen Menschen in Deutschland sind betroffen, 8 Millionen gefährdet. Tatsache ist, dass psychische Erkrankungen den physischen in nichts nachstehen und ebenso weitreichende Folgen bei Nichtbehandlung haben, bis zum Tod führen können. Deshalb ist es für uns alle wichtig, mit offenen Augen durchs Leben zu gehen, unsere Freunde, Kollegen und Verwandten bei Verhaltensänderungen anzusprechen, ihnen den Wert des Verstandenwerdens zu vermitteln, ihnen Hilfe zu leisten. Diese Hilfe ist genauso wichtig wie die Erste Hilfe am Unfallort!
Selbstverständlich hat nicht jeder depressive Mensch Selbstmordgedanken. Doch auch dieses Thema möchten wir hier kurz anreißen: Es gibt, grob umschrieben, zwei verschiedene Arten von Suizidanten, mit denen auch wir in der Rettungshundearbeit konfrontiert werden: Diejenigen, die handeln und ihr Leben in einer relativ kurzen Zeitspanne beenden und die Menschen, die die Ankündigung ihrer Absicht als letzten Hilferuf an die Gesellschaft nutzen wollen.
Einsatzkräfte: Auch Menschen, die Hilfe leisten sind vor psychischen Problemen nicht gefeit. Nach besonders belastenden Einsätzen oder Erlebnissen kann jeder in die Situation kommen, das Geschehen nicht vollständig vergessen oder verarbeiten zu können. Hierbei ist es ebenfalls wichtig, sich anvertrauen zu können und zu dürfen, ohne vorgeführt oder nachteilig behandelt zu werden. Besonders in Hilfsorganisationen sind immer mehr Möglichkeiten geschaffen worden, Hilfe zu erfahren über die Einheiten der Notfallseelsorge und speziell für Einsatzkräfte: Die SBE (Stressbewältigung bei belastenden Ereignissen) [LINK]
Fazit: Wir müssen wieder reden lernen, fühlen und vertrauen können und Signale unserer Mitmenschen erkennen, um ihnen zu helfen. Wenn Sie Veränderungen, wie Zurückgezogenheit, In-Sich-Gekehrtheit, Lustlosigkeit oder depressive Zustände durchaus auch Vergesslichkeit bei Ihren Mitmenschen feststellen, wenden Sie sich nicht ab! Bieten Sie Hilfe an! Nehmen Sie diese Probleme ernst! Ausgrenzung ist unmenschlich!
Selbstverständlich ist dies nur ein kleiner Anstoß an Sie, sich etwas mit diesem Thema auseinanderzusetzen und ist in keinster Weise eine vollständige Behandlung jenen komplexen Themas. Deshalb haben wir einige weiterführende Links für Sie zusammengestellt:
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