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Theoretische Grundlagen: Vermisste Menschen ausserhalb urbaner Gebiete sind schwer zu lokalisieren. Zwar gibt es das technische Hilfsmittel Wärmebildkamera an Hubschraubern oder die herkömmliche Suchkette, in der Beamte von Polizei und Feuerwehren große Gebiete durchsuchen, dennoch ist das Hilfsmittel Flächenrettungshund unersetzbar. Das Märchen, man könne mittels Nachtsicht- und Wärmebildkameras aus der Luft jeden Straftäter und Vermissten verfolgen oder aufspüren hält sich leider noch immer. Fakt ist, dass diese nur bei direktem Blick auf das Zielobjekt funktionieren. Sind Blätter oder Gebäude im Weg, funktioniert auch dieses System nicht. Zudem können Hubschrauber im Gegensatz zu Hunden nicht bei jedem Wetter eingesetzt werden. Suchketten sind eine schwer kontrollierbare und langsame optische Form der Vermisstensuche. Sie binden jedoch viele Einsatzkräfte und können in den gleichen Zeiträumen wie Rettungshunde nur einen Bruchteil des Suchgebietes durchstöbern. Zudem sind beide vorgenannte Suchvarianten sehr kostensintensiv. Rettungshundeeinsätze sind in der Regel kostenlos!
Arbeitsweise: Flächensuchhunde suchen nicht nach dem Individualgeruch, sondern nach menschlicher Witterung per sé. Dies hat den Vorteil dass keine Geruchsträger, die unter Umständen mit Fremdpartikeln behaftet sein können, benötigt werden und so keine Falschfährte abgegangen wird. Sie laufen auch keine klassichen Fährten, sondern sind reine Hochwind- oder Witterungssucher. Dies bedeutet, dass Flächenhunde eine Gebiet zielgerichtet durchstreifen, um in eine Geruchsfahne zu laufen und diese dann bis zum Auffinden der vermissten oder verirrten Person ausarbeiten. Die Kombination Rettungshund und Mantrailer [LINK] ist die optimalste. Hierzu mehr unter dem angegebenen Link. In der Regel werden mehrere Teams zu einer Suchkette zusammengestellt oder einzelne Teams in eingeteilten Parzellen eingesetzt. Die Hundesuchketten sind im Gegensatz zu ihren rein menschlichen Pendants wesentlich schneller und auch gründlicher, denn Hunde suchen nicht nur optisch, sondern vor allem olfaktorisch (nach dem Geruch). Liegt eine auch noch so geringe menschliche Witterung vor, wird ein Rettungshund diese ausarbeiten, um zur Quelle zu gelangen. Ist die vermisste Peron aufgefunden, folgt die “Anzeige” des Hundes. Hierbei wird unterschieden ziwschen:
- Verbellen (Der Hund verbleibt am Opfer und verbellt, bis der Hundeführer den Fundort erreicht hat)
- Bringseln (Der Rettungshund besitzt ein am Halsband befestigtes Bringsel, welches er beim Auffinden aufnimmt und zum Hundeführer zurückkehrt. Diesen geleitet er dann angeleint zur aufgefundenen Person)
- Rückverweisen (Der Suchhund verlässt das gefundene Opfer und macht bei Ankunft den Hundeführer auf seinen Erfolg aufmerksam. Pendelnd geleitet er sein Herrchen oder Frauchen zum Fund)
Training: Die Grundsteinlegung der Ausbildung eines guten Flächensuchhundes beginnt bereits im Welpenalter. Wie beschrieben [LINK] werden die Vierbeiner mittels positiver Reize schrittweise an die Arbeit herangeführt und mit Bedacht auf die eigentliche Suche nach Menschen geprägt. Um alle Einsatzeventualitäten abdecken zu können, versuchen wir, bereits ab der ersten Übungs- einheit in der Fläche die diversen Aufgabenstellungen zu realisieren. So stehen unter anderem Suchen an Hängen, durch dichtes Buschwerk und in Gebäuden auf dem Trainingsplan. In regelmäßigen Abständen führen wir Übungen und Leistungsüberprüfungen durch. Leider wird uns der Zugang zu vielen interessanten Gebieten im Süden Sachsen-Anhalts verwehrt. Lesen Sie hierzu: [LINK]
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