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Vor der Rettungshundearbeit: ...steht die Auswahl eines geeigneten Tieres, das den Anforderungen an Hunde [LINK] im Rettungshundewesens entspricht. Hierbei kann man sicherlich kein allgemeingültiges Rezept für Verpaarung und Kauf geben, aber es gibt einige wichtige Aspekte, die bei der Anschaffung eines Hundes eine gewichtige Rolle spielen.
Herkunft: Idealerweise sollte ein Welpe aus einer zertifizierten Gebrauchshundezucht stammen. Für einen Rettungshund spielt nicht das Vorhandensein von Papieren eine Rolle, aber es erleichtert die Auswahl. Selbstverständlich sind bei uns auch Mischlinge willkommen, doch anhand einer Ahnentafel kann man gewisse Gebrauchs- und Gesundheitseigenschaften feststellen. Dazu muss man wissen, dass sich bei einer Verpaarung nicht direkt Mutter und Vater durchsetzen, sondern in einem hohen Maße die Eigenschaften der vorangegangenen Generationen vererbt werden. Hierzu kann man sich z.B. zum Thema Vererbungslehre, Mendelsche Gesetze etc. belesen. Ein Gebrauchshundezüchter ist zudem in der Lage, Ihnen aus seinem Wurf den geeignetsten Hund zu empfehlen und gibt ihnen eine Gesundheitsgarantie. Dies ist bei “Wald- und Wiesenzüchtern” nicht der Fall. Zudem sind gute Züchter geschult im Umgang mit Welpen, haben Erfahrungen im Bereich Futter (ein ganz wichtiges Thema) und vor allem in der Prägung und Sozialisierung.
Prägung: Die sogenannte Prägephase beginnt im Alter von etwa 4 Wochen. Die Sinnesorgane des Welpen sind erwacht und er beginnt seine Umwelt wahrzunehmen. Für einen späteren Rettungshund beginnt bereits hier eine sehr wichtige Grundsteinlegung. Der kleine Racker muss in dieser Zeit fachgerecht umsorgt werden, mit allen möglichen Umweltsituationen konfrontiert und positiv bestärkt werden. Geräuschempfindliche, ängstliche und trieblose Hunde sind oft ein Ergebnis einer unsachgerechten Welpenaufzucht. Diese Hunde sind ungeeignet für die Rettungshundearbeit.
Sozialisation: Im Anschluss an die Prägephase beginnt die Sozialisierungsphase im Alter von ca. 8 Wochen. Hier ist der erste mögliche Termin für eine Abgabe eines Welpen. Sollten Sie das Angebot bekommen, einen Hund bereits vor dieser Zeit zu übernehmen, lehnen Sie dankend ab und verweisen auf das Tierschutzgesetz* (Lesen Sie am Seitenende). Hier werden Sie keinen Hund für die Rettungshundearbeit finden! In dieser Phase beginnt der Hund, sich in das (neue) Rudel einzufügen und erlernt die nicht angeborenen Verhaltensweisen gegenüber Mensch und Tier. Er knüpft Sozialkontakte und kann das Vertrauen zu seinem Herrchen oder Frauchen aufbauen.
Qual der Wahl Welcher Welpe soll es nun sein? Um einen möglichst geeigneten Hund für das Rettungshundewesen zu finden, muss man beachten, dass die Ausbildung eines Hundes nur über das Setzen von Reizen, idealerweise mit Positivbestärkung funktioniert. Das bedeutet, dass der Welpe Spiel- und Futtertrieb besitzen muss. Dies kann man natürlich schon im Welpenalter beobachten und in die Auswahl einbeziehen. Zudem muss der zukünftige Rettungshund offen und freundlich gegenüber fremden Menschen sein und eine Beziehung zu seinem Hundeführer aufbauen können. Ein Hund der keine Angst zeigt, wenn eine Tür knallt und man ihn aus seinem Auslauf hebt hat bereits gute Voraussetzungen, in die engere Wahl zu kommen. Natürlich muss jedem zukünftigen Hundebesitzer auch sein neuer Partner gefallen, denn man verbringt viele Jahre eng miteinander. So entscheidet hier auch oft das Herz mit.
Selbstverständlich unterstützen wir Interessenten gern bei der Auswahl eines geeigneten Hundes und stehen mit Rat und Tat zur Seite. In unseren Reihen befinden sich zertifizierte Ausbilder, Eignungstest-Bewerter, Züchter und Zuchtwarte.
*Tierschutz-Hundeverordnung § 2(4) Ein Welpe darf erst im Alter von über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden. Satz 1 gilt nicht, wenn die Trennung nach tierärztlichem Urteil zum Schutz des Muttertieres oder des Welpen vor Schmerzen, Leiden oder Schäden erforderlich ist. Ist nach Satz 2 eine vorzeitige Trennung mehrerer Welpen vom Muttertier erforderlich, sollen diese bis zu einem Alter von acht Wochen nicht voneinander getrennt werden.
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